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Leiern, ein alter Osterbrauch

Wenn die Glocken nach Rom fliegen

Neben dem Verhüllen von Kreuzen und Bildern, das als „Fasten der Augen“ gedeutet wird, gibt es auch ein „Fasten der Ohren“, die sogenannte „stille Zeit“. Neben Orgel- und Tanzmusik schweigen in dieser Zeit auch die Kirchenglocken. Sie verstummen am Abend des Gründonnerstags, um an das letzte Abendmahl, die Kreuzigung Jesu (Karfreitag) und die Grabesruhe (Karsamstag) zu erinnern. Früher hieß es „die Glocken fliegen nach Rom“. Sie erklingen erst wieder mit der Auferstehung Christi in der Osternacht. Bis dahin übernehmen vielerorts Leiern, Klappern oder Ratschen die Aufgaben der Glocken. Für die Menschen des Mittelalters war besondere das Schweigen der Glocken auffällig, denn das Stundengeläut der Kirchen bestimmte ihren Tages- und Arbeitsablauf. Auch wenn das heute anders ist, wird dieser Brauch noch in Dringenberg gelebt.

Die Aufgabe der Glocken übernahmen am Karfreitag und Karsamstag 30 Kinder- und Jugendliche. Mit einer Leier zogen sie morgens, mittags und abends durch das Dorf, um in einem bestimmten Rhythmus zu leiern und die Menschen mit dem Ruf „Zur Kirche“ oder „Der Engel des Herrn“ zur Messe zu rufen. Ob Sonne, Regen, Schnee oder Graupel, geleiert wird bei jedem Wetter. Zur Belohnung für diesen Dienst zogen sie dann am Samstag von Haus zu Haus und sammelten Eier, Süßes oder Geld.

Dieser uralter Osterbrauch wurde in diesem Jahr von Fiete und Moritz organisiert. Ihnen, allen Leier Kindern und Jugendlichen und allen, die ihre Leier zur Verfügung gestellt haben, vielen Dank. Toll, dass ihr diesen alten Brauch auch in diesem Jahr am Leben haltet!

Allen ein frohes, gesegnetes Osterfest!

 

 

 

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